I in Wonderland: Die Trickfilm-Theater-Empfehlung #fantastisch #posttheater #theaterdiscounter

Wart ihr schon mal in einem Trickfilm-Theaterstück? Nein? Na, dann wird es aber Zeit! Meine Schwester entführte mich in eine Vorstellung. Wir beide sind unnachahmliche Wunderland-Fans und zumindest in der Lage, den berühmten Disney-Film auswendig mitzusprechen. Die Alice-Anspielung im Namen von „I in Wonderland“ sowie die dazugehörigen Plakate, auf denen ein Mensch mit Fischkopf zu sehen ist, entsprachen unseren Vorstellungen von gelungenem Nonsens und wir konnten nicht widerstehen.

Neugierig waren wir in jedem Fall, wie aus Trickfilmen Theater werden kann.

„I in Wonderland“ ist ein Projekt der Künstlergruppe „post theater“ und verarbeitet auf phantasievolle Weise Elemente aus Trickfilm, Installation und Theater zu einem bunten Stück für kleine und auch für große Kinder. Inspiriert wurden die Macher u. a. von „Alice im Wunderland“, „Der Zauberer von Oz“ und anderen kuriosen Kindergeschichten. Entstanden ist somit eine Episoden-Tour, die mit schönen Trick-Zeichnungen, guten Einfällen und herrlich-verrückten Figuren entzückt.

Aufgeführt wird das Stück im „Theaterdiscounter“ am U-Bahnhof Klosterstraße, scheinbar einem ehemaligen Verwaltungsgebäude. In der zweiten Etage wartet man auf den Beginn der Vorstellung, im Empfangsraum ist ein kleines Café eingerichtet. Es ist wichtig, pünktlich zu erscheinen, denn seinen interaktiven Einsatz darf man als Zuschauer auf keinen Fall verpassen: Jede Runde ist auf maximal acht Personen beschränkt, das Stück findet an Stationen in verschiedenen Räumen statt; verspätetes Reinschmuggeln ist unmöglich.

Während man sich noch fragt, wo in solch nüchterner Atmosphäre eine zauberhafte Fantasiewelt entstehen soll, wird man auch schon abgeholt und zunächst vor ein Aquarium im Flur gesetzt. Aus den gereichten Kopfhörern erklingt schließlich ein Mini-Hörspiel, das in die Geschichte einführt. Erzählt wird es angeblich vom Fisch im Aquarium. Der ist aber wahrscheinlich nicht echt. Oder doch? Schließlich scheint er ja zu schwimmen und immerhin hängt ein Mikrofon über seinem Becken.

Die Erzählung beginnt mit einem kleinen Jungen, der sich immerzu Geschichten ausdenkt. Unter anderem lässt er sich den Fischkopf einfallen, jenes rätselhafte Zwitterwesen, das schon auf dem Theater-Plakat zu sehen war. Ehe man überlegt hat, ob es Fischköpfe wirklich geben kann, betritt auch schon ein Exemplar dieser rätselhaften Spezies leibhaftig den Flur, um die Zuschauer zur nächsten Station zu führen. Leider kann der Fischkopf nicht sprechen, sondern seine Mitteilungen nur auf eine Tafel schreiben. Dafür ist er aber umso freundlicher.

In der kommenden Stunde führt das fischige Fabelwesen die Zuschauer von Raum zu Raum, von Film zu Film. An jeder Station kann man in eine neue Animationsgeschichte eintauchen, die in eine meist wunderliche Installation eingebettet ist. Die Welt der Geschichten öffnet sich; Kunst, Erzählung, Raum und Film werden ein buntes Ganzes.

Als die Vorstellung vorbei war, verließen wir das Wunderland und hatten ganz vergessen, dass wir uns immer noch in einem Bürogebäude befanden. Das sah nun aber schon viel charmanter aus. Am Ende gab es für jeden noch eine kleine Überraschung. Auch die Erwachsenen unseres Grüppchens schienen sich sehr zu freuen. Und meine Schwester und ich waren eh schon längst verzaubert.

Am kommenden Wochenende gibt es die vorerst letzte Chance, „I in Wonderland“ zu sehen. Die Anmeldung muss vorher über’s Internet erfolgen. Bitte 15 Minuten vorher da sein, ihr wisst ja jetzt, warum ;-)

Bleibt verführerisch,

Ulrike

WANN? Freitag, 8. Januar 2016, je 15.00 / 16.00 / 16.30 / 17.00 / 18.00 / 18.30 / 19.00, Samstag, 9. Januar & Sonntag, 10. Januar, je 11.00 / 11.30 / 12.00 + 13.00 / 13.30 / 14.00 + 15.00 / 15.30 / 16.00 + 17.00 / 17.30 / 18.00

WO? Theaterdiscounter,  Klosterstraße 44, 10179 Berlin-Mitte

www.theaterdiscounter.de

Fotos: © posttheater

 

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