Immer wieder sonntags … We love Mauerpark-Flohi!

Immer sonntags. Immer schön. Immer anders. Bei Sonnenschein oder Regen. Mit guter oder schlechter Laune. Die wird im Fall der Fälle aber schnell wieder gut. Denn das Stöbern nach Schätzen auf dem Mauerpark-Flohmarkt ist immer erfolgsgekrönt. Ok. Fast immer. Aber es hat Suchtfaktor. Und es ist sonntägliches, heißgeliebtes Ritual von vielen Berlinern. Also, liebe Leute – kein Berlin-Besuch ohne Mauerpark-Flohi-Check am Sonntag.

Mauerpark-Flohi – wo und wann?

Der Flohmarkt im Mauerpark liegt an der Bernauer Straße im Bezirk Prenzlauer Berg, dort wo die Oderberger Straße auf die Bernauer trifft. Er findet jeden Sonntag statt. Das ganze Jahr über. Lediglich am Feiertag ‚Totensonntag‘ ist geschlossen. Oder, wie ich es einmal in 10 Jahren erlebt habe, bei einer Orkanwarnung. Gut, das passiert nicht ständig. Und darum heißt es quasi an so gut wie 51 Sonntagen im Jahr: Come in – we’re open! Gerade im Sommer ist der Mauerpark DER Besucher-Magnet. Nicht ohne Grund macht sich die Stadt einen Kopf, welche Infrastrukturen her müssen, wenn im Sommer rund 20.000 Menschen am letzten Tag der Woche (wohlgemerkt an einem Tag!) durch den Mauerpark toben :) Aber das ist ein anderes Thema. Hier will ich heute einfach nur schwärmen.

Was?

Wer Schnäppchentechnisch auf dem Mauerpark-Flohi nicht fündig wird, der steht auch in Shoppingmalls ratlos vor den Wühltischen. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich behaupte: Hier gibt es alles. Designerkleidung und gebrauchte Klamotten für jede Jahreszeit, Möbel für jeden Einrichtungstil, Geschirr der letzten 100 Jahre (mindestens!), Lesestoff für alle intellektuellen Ansprüche, Dekokram, Neues aus Berliner Manufakturen und Altes aus Berliner Dachböden oder Kellern. Vom Fix & Foxi Heft bis zur Acne-Jeans ist hier alles am Start. Nur Suchen muss man. Bei Fashion-Addicts, die ihre Schränke durchsortiert haben und den Inhalt auf den Flohmarkttischen feil bieten, bei Antikhändlern, die alles in Kartons auf den Boden stellen. Bücken, Wühlen, Hochheben, checken. Wer ein erfolgreicher Flohmarkt-Shopper ist, darf sich nicht zu fein sein.

Selbst verkaufen auf dem Mauerpark-Flohi – so geht’s

Wer auf dem Mauerpark Flohmarkt selbst auch mal verkaufen will, hat verschiedene Möglichkeiten. Generell gilt derzeit für überdachte Marktstände: Man muss sich dafür vor Ort anmelden. Und zwar am Info-Wohnwagen vorn am Eingang Bernauer Straße. Allerdings sind diese Stände gerade im Frühling und Sommer schon für ein paar Wochen ausgebucht. Also bucht man ca. 2-4 Wochen im Voraus. Man bezahlt beim Reservieren für überdachte Buden 20 EUR und bekommt eine Standnummer. Dafür erhält man einen Drei-Meter-Stand mit Dach, für den man am Markttag selber nochmal 10 EUR für die Budenbauer berappt. Macht also 30 EUR gesamt. Dann fährt man am vereinbarten Sonntag morgen mit seinem Auto auf den Platz, sucht seinen Stand mit der passenden Nummer, packt alles aus, fährt das Auto weg und macht sich als Verkäufer einen netten Tag mit Freundinnen, Mutti oder mit Schatzi. Nebenbei verdient man Geld. Um 18 Uhr darf man mit dem Auto wieder auf den Platz. Wer den Nervenkitzel liebt, der kann sich auch auf gut Glück mit seinen Flohmarktkisten und einem Klapptisch am Sonntag morgen um ca. 7 Uhr am Info-Wohnwagen einfinden. Dann werden die freien Standflächen für Flohi-Verkäufer mit eigenem Klapptisch vergeben. Dazu muss man sich nicht anmelden oder reservieren. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Die Standfläche für den selbst mitgebachten Tisch kostet 10 EUR. Und um 8 Uhr werden dann nochmal die übrig gebliebenen, an dem Tag nicht vermieteten Marktstände mit Dach vergeben, vorzugsweise an Privatverkäufer. Dazu gehört dann aber richtig viel Glück, denn Marktstände sind sehr knapp. In dem Fall zahlt man übrigens insgesamt 40 EUR (30 EUR für die überdachte Bude, 10 EUR für die Budenbauer).  40 EUR zahlen auch gewerbliche Verkäufer. Tipp: Sekt nicht vergessen. Auch sehr beliebt: Pfeffi. Ein gritzegrüner Pfefferminzlikör, der gern mal an Kunden ausgeschenkt wird, wenn man sich geschäftlich handelseinig wurde. 

Wenn der Magen knurrt und die Füße platt gelaufen sind

Für Hungrige, die ihre Stullen vergessen haben, gibt es mittlerweile eine ganze Fressmeile nur mit Essensbuden. Von der Erdnusssuppe über türkische Spezialitäten bis zum veganen Burger, vom Winzerglühwein, im Winter, über frisch gepressten Granatapfelsaft bis zur Caipirinha. Im Sommer. Und im Winter auch. Dann heiß gemacht. In den Open Air Bars auf dem Flohmarkt-Gelände, wie zum Beispiel dem Mauersegler oder dem Schönwetter, kann man auch einen Drink genießen und die Füße in den weißen Sand stecken. Im Sommer läuft manchmal zur Abkühlung der Gartensprenger. Herrlich!

Der Flohi dauert ungefähr bis 18 Uhr. Dann darf man mit seinem Auto wieder auf den Platz fahren, um den Rest vom Flohmarkt-Fest abzuholen. Das kleine Verkehrschaos haben die Ordner meist ganz ok im Griff.

Während des ganzen Tags spielen gefühlt zehn bis zwanzig Bands und Straßenmusiker nebenan auf der großen Wiese im eigentlichen Mauerpark, dem ehemaligen Todesstreifen. Denn hier verlief die Berliner Mauer und trennte Prenzlauer Berg im Osten vom Wedding im Westen. Und heute füllt Joe Hatchiban bei gutem Wetter hier jeden Sonntag die Ränge des Amphitheaters mit Karaoke-Begeisterten. 

Der Mauerpark am Sonntag – ein fettes Stück Berlin.

Fotos: Verführer – Das Beste aus Berlin

 

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