#Herbstinberlinistprima Tipp No. 2 – Medizinhistorisches Museum in der Charité

V-Mag - Berliner Medizinhistorisches Museum Charite 2 - Foto S.Schneider

Die einen gruselt’s hier, die anderen fasziniert’s. Zugegeben: Ein gesundes Nervenkostüm ist bei einem Besuch hilfreich. Auch für Halloween erpobte Gemüter. Denn 300 Jahre Medizingeschichte hat mit Blümchenpflücken nix zu tun. Wer das Medizinhistorische Museum in der Berliner Charité besucht, bekommt dank der berühmt-berüchtigten Präparatesammlung (initiiert vom bekannten Pathologen Rudolf Virchow, er lebte von 1821 – 1902) und dem neu gestalteten historischen Krankensaal detaillierte Einblicke in Medizin- und Charitégeschichte ab 1700. In diese Zeit fällt übrigens die Errichtung der Berliner Charité als Pesthaus.

1899 hatte Virchow hier bereits ein Pathologisches Museum eröffnet – mit einer beeindruckenden Ausstellung von rund 20.000 Präparaten. Das litt jedoch unter den Stürmen der Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man nach Kräften, die stark dezimierte Sammlung wieder aufzubauen. Erst 1998 eröffnete das „Medizinhistorische Museum“ unter diesem neuem Namen. Es knüpft ausdrücklich an Virchow und seine Sammlung an. Rund 750 Präparate zeigt es heute – konservierte Organe, die immer noch der Wissenschaft zu Studien- und Lehrzwecken dienen. Aber das Museum geht noch weiter – es zeigt Modelle und Wachsmodellagen, diagnostische und therapeutische Instrumente, wie zum Beispiel die Eiserne Lunge, und einen historischen Krankensaal. Dazu versucht das Museum auch, sich zehn ausgewählten Patientengeschichten verschiedener Epochen zu nähern. Zum Beispiel der schweren Geburt einer 17 jährigen Müllerstochter im Jahr 1727, einem an Kinderlähmung erkrankten Kleindkind im Jahr 1958, oder einem Mann, der im Jahr 2006 eine Blutvergiftung erlitt. So versucht das Museum, den Patient und sein persönliches Schicksal ins Zentrum zu rücken, und ihn nicht hinter Anatomiegeschichte und Wissenschaft verschwinden zu lassen.

Einen Besuch ist dieses außergewöhnliche Museum in jedem Fall wert. Der Blick auf und in den menschlichen Körper und dessen Wandel im Laufe der Zeiten lässt niemand unberührt.

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
auf dem Gelände der Charité

Zugänge über Invalidenstraße / Alexanderufer
Charitéplatz / Schumannstraße (durch die Hauptwache)
Luisenstraße (druchs Charitéhochhaus)
Hannoversche Straße / Robert-Koch-Platz

Charitéplatz 1 | 10117 Berlin-Mitte | Tel 030 450536156 | www.bmm.charite.de

geöffnet Di, Do, Fr, So 10 – 17 Uhr, Mi und Sa 10 – 19 Uhr (Mo geschlossen)

Eintritt 7 EUR, ermäßigt 3,50 EUR

Jugendliche unter 16 Jahren erhalten nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten Einlass.

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