Aida von Verdi, oder was Google aus der Oper macht

Google ich nach Aida oder Verdi, lande ich auf einem Vergnügungsschiff. Oder beim Gewerkschaftsbund für Dienstleister. Nicht im Theater. Menschenskind, wenn das Giuseppe wüsste. Der gute Verdi hatte sich nämlich ordentlich ins Zeug gelegt, damals, um 1870.  Er hatte nicht nur ein Meisterwerk komponiert, sondern auch knüppelhart verhandelt, als der Khedive Ismail Pascha eine Oper ausschließlich im ägyptischen Stil für die Neue Oper in Kairo bei ihm in Auftrag gab. In einem Brief an seinen Kumpel Giuseppe Piroli schreibt Verdi:

„Eine Oper für Kairo komponieren!!! Puh! Ich gehe nicht hin, sie zu inszenieren, weil ich fürchten müsste, dort mumifiziert zu werden. Ich muss Euch jedoch sagen, dass der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Aber da meine Bedingungen – und die waren hart – telegrafisch akzeptiert worden sind, kann man ihn für abgeschlossen halten. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, ‚du wirst für Kairo schreiben‘, hätte ich ihn für einen Verrückten gehalten, aber jetzt sehe ich ein, dass ich der Verrückte bin.“*

Verdient hat „der Verrückte“ damit 150.000 Goldfranken. Ein enormes Sümmchen, das vor ihm wohl kein Komponist erhalten hatte. Aber die Oper konnte erst über ein Jahr später uraufgeführt werden, am Heiligabend 1871, weil die Kostüme und Requisiten in Paris feststeckten. Denn Frankreich befand sich im Krieg. Paris war belagert. Und – wer war’s gewesen? Die Preussen!

Umso schöner, dass wir im Februar 2014 das Werk in Berlin, nämlich in der Staatsoper im Schiller Theater, genießen dürfen. Um das hier geht es:

Die nubische Prinzessin Aida wurde im Krieg der verfeindeten Völker als Sklavin nach Ägypten verschleppt, wo sie sich in Radamès (und damit ausgerechnet in den erfolgreichsten Feldherrn, den Unterdrücker ihres Volkes) verliebt hat. Beide werden im Zwiespalt von persönlichem Glück und familiärer wie politischer Loyalität aufgerieben, gemeinsam gehen sie in den Tod.

Pet Halmen, Regisseur und Ausstatter in Personalunion, inszenierte diese Geschichte in der Kolonialzeit als Fieberphantasie eines schwer verletzten Soldaten im ägyptischen Museum. Musikalische Leitung: Zubin Mehta, Inszenierung: Pet Halmen.

Aida – Staatsoper im Schillertheater

Bismarckstraße 110 │ 10625 Berlin

am 15., 19., 22. Februar 2014

www.staatsoper-berlin.de

 

Foto: © Marion Schöne

 

*de.wikipedia.org/wiki/Aida_(Oper)

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