The Show! Esther Perbandt 10th Anniversary – Grotesque

Das Label: esther perbandt

Based in: Berlin

So sieht sich das Label selbst: “As seasons change in fashion, the designer stays true to her personal style and lives up to it with all the trimmings, so that her persona could have originated from her own look book: an androgynous silhouette is blurred with deconstructed details and put together again with the backing of classical menswear. Sober colors form the quiet basis for the grueling interplay of elegance and athleticism. Her creations stay so heartily and authentic, just like you imagine a real Berlin capital gal. Brainpower meets someone with feet on the ground when it comes to textile poetry slam.” (Quelle: www.estherperbandt.com/newest-vision/)

Show-Termin: 15.01.2014, 21:30 Uhr – Volksbühne

Promis in Sichtweite: Veruschka, Frank Castorf, Mieze von MIA, Alexander Scheer und Rolf Zacher (beide als Model auf dem Runway)

Goodie-Bags: Schwarzer Stoffbeutel mit abgewandeltem dadaistischen Zitat “Ceci n’est pas un sac à cuire”. Darin MAC Lipgloss in Farbe Bubble Gum, meine Sitznachbarin fand MAC Liquid Eyeliner in Gold.

So sahen wir die Show: “Wow! Wow! Wow!” Als er seinen letzten Look auf den Runway zeigt, formt Schauspieler und Esther-Perbandt-Model Alexander Scheer beeindruckt diese Worte mit den Lippen. Stumm, aber unübersehbar. Denn die Stimmung in den prall gefüllten Volksbühne-Rängen schäumt über. Der Saal ist completely stuffed. Esther Perbandt hat sich zum zehnten Geburtstag ihres Labels nicht lumpen lassen. Grotesque. So der Titel ihrer Kollektion A/W 2014/15 und der Show. Sie dauert etwas über 30 Minuten. Eine Akzente setzende, minimalistische und genau deshalb gigantische Inszenierung. Aufgeführt im großen Saal der Volksbühne in Berlin Mitte, die dieses Jahr ihren 100sten feiert. Eben Wow!

Die Inszenierung: Dunkelheit. Nur Geräusche sind zu vernehmen, Schnalzen, Fiepen, Zischen, Klänge ähnlich dem von Vogelgezwitscher und Tierstimmen. Dann fällt plötzlich ein zarter Lichtschein auf die Bühne, offenbart linkerhand einen Chor aus geschätzt 15 Menschen, der diese Klänge performt. Sie alle tragen dunkle Perücken in der gleiche Frisur wie Esther: Ein gerader Pilzkopf mit seitlicher Haarsträhne. Phrasen werden gemurmelt, Töne fabriziert. Zehn Minuten lang dauert die dadaistische Performance, genau die Zahl des Label-Geburtstags. Dann ein Spot auf die Bühnenmitte. Ein grotesquer Tanz in Anlehnung an die berühmte Valeska Gert. Mittlerweile hat ein DJ die Klangwelt übernommen, rechterhand. Der Chor performt weiter archaisch anmutende Töne zur Musik. Nun wird das Licht hochgezogen, gibt den Blick frei auf einen Pulk aus Fotografen in der Bühnemitte, der die ganze Zeit im Dunklen ausgeharrt hat und das Ende des Laufstegs markiert, der weit ins Publikum hineinragt. Die Fashionshow beginnt. Mode, Musik, Töne, Bewegung und die jubelnden Zwischenrufe des Publikums emulgieren regelrecht. Hammer.

Die Mode: Esthers Farbe – schwarz. Keine Frage. In dieser Kollektion wählt sie auch Weiß für einzelne Stücke oder ganze Looks. Die Anmutung: Militärisch, die Models laufen mit teils Oberschenkel hohen Gummistiefeln in schwarz und weiß. Dennoch: Kein Teil, was man oder frau (Esthers Kollektionen sind bewusst unisex gehalten) nicht im Alltag oder sogar feierlichen Anlässen tragen könnte und wollte. Es gibt Flechtungen, fließenden Faltenwurf, ausgefranste Stoffränder, Asymmetrien, offene Nähte, Shorts und Hosen, Jacken und Ponchos, auch Kleider. Die Show endet mit einem Brautkleid. LBodenlang, körpernah, hochgeschlossen, weiß. In der Mitte des Rocks hinten ein langer Schlitz. Der offenbart: Gummistiefel. Weiße.

Esther Perbandt – A/W 2014/15 Mercedes Benz Fashion Week “Runway VIDEO” HIER.

Verführer-Fazit: WOW!

www.estherperbandt.com

 

© Verführer – Das Beste aus Berlin | Text: Stephanie Schneider | Fotos: André Remark

 

 

 

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