All you can sing! Palazzo 2014/15

Jippiehjayeah! Die singenden Kellner sind wieder da! Wenn mich in den letzten Jahren etwas an Palazzo begeistert hat  – beside Essen, Artistik, Musik, Spiegelzelt und der Begrüßungsansprachen von Gastgeber Hans-Peter Wodarz ;) – dann waren das die Singing Waiters. Ein Team aus Gesangs- und Performance-Profis, die zusammen mit dem Serviceteam den Dinnershow-Gästen im Spiegelzelt die vier Gänge des Gourmet-Menüs servieren. Aber eben singend. Lag der Schwerpunkt in den letzten Shows eher auf Artistik oder Varieté, heißt es im Winter 2014/15 im Palazzo: All you can sing! Ich finde das Knaller. Hat man wohl gemerkt. Die Trulla, die auf ihrem Stuhl immer mitgewippt und gesungen hat, das war ich.

Die Show

Die Story des Abends ist dieses Mal schneller erzählt als in letzten Jahren: Der gestrenge Oberkellner Monsieur Lutz (Dinnershow-Urgestein Lutz Jope) verlangt alles von seinem Serviceteam (die singenden Kellnerinnen und Kellner!). Notfalls auch mal mit klaren Ansagen, von denen auch das Publikum nicht verschont bleibt. „Wir wollen bringen – nicht singen!“ So versucht Monsieur Lutz das Team davon zu überzeugen, den Gästen doch besser das Menü zu servieren anstatt ihrer Lieblingssongs. Die charmante Conference Chantall, die neben artistischen Fähigkeiten auch mit einem berückenden Berliner Mundwerk ausgestattet ist, versucht ihn milde zu stimmen. Aber Monsieur Lutz bleibt hart und so endet der Abend in einem Knall, der Monsieur Lutz zwar derangiert, aber auch kuriert.

Zwischendurch gibt es natürlich das Gourmet-Menü von Sternekoch Kolja Kleeberg und seinen Köchen. Obwohl – „zwischendurch“ ist nicht ganz richtig. Man weiß nie genau, wer der Haupt-Act von Palazzo ist. Das Menü? Die Show? Die Musik? Die Artisten? Oder gar die Gäste selbst? Das ist ja auch das „Rezept“ von Palazzo. Die Gäste sind Teil der Show. Und mit den Performances und den Köstlichkeiten vermischt sich alles zu einem lecker-lustig-atemberaubend-unterhaltsamen Entertainment-Abend.

An unserem Tisch saß eine Dame, die meinte, dass man uns dieses Jahr glücklicherweise nur wohl dosiert mit Artistik unterhält. Aber ich glaube, die Anzahl der Kontorsions-, Luftakrobatik-, Jonglage-, Strapaten- und Comedy-Nummern war nicht weniger als in den letzten Jahren. Es war dies Mal nur geschickter zusammengestellt und sensibler choreographiert. Gute Sache!

Das Palazzo-Menü

Und das Menü? Es gibt eine fleischige Variante und zeitgemäß auch eine vegetarische. Titel des Menüs ist: VAU meets PALAZZO. Denn wie gesagt zeichnet Kolja Kleeberg mit seinem Restaurant VAU aus der Jägerstraße am Gendarmenmarkt verantwortlich für die Speisen. Schon bei der Begrüßung durch Hans-Peter Wodarz und Kolja Kleeberg wurde uns verkündet: die Ente ist back!! Nachdem sie letztes Jahr gegen ein Ochsenbäckchen ausgewechselt wurde, schwamm sie auf der Protestwelle der Gäste zurück auf die Palazzo-Teller.

Das gibt es: Zur Vorspeise Gebeizten Ikarimi-Lachs bzw. Buchweizen-Ziegenkäse-Millefeuille mit Rote-Beete, Sauerrahm und Dill, als Zwischengang Orientalische Linsensuppe mit Minzfalafel und Joghurt für alle, als Hauptgang die Ente „Canard au VAU“ bzw. Auberginen-Piccata mit Tomaten-Koriander-Emulsion und grünem Spargel, und das Dessert ist wieder universell: Gebrannter Schokoladen-Brownie mit Pistaziencreme, Exotic-Sorbet und Bitterorangenschaum.

Die Suppe wurde übrigens in einer großen weißen Suppenschüssel am Tisch serviert. Serve yourself! An unserem Tisch schnappte sich lovely Felicitas Then die Kelle. Die Gewinnerin der Fernsehsendung „The Taste“ eröffnet demnächst ein Pop-up-Restaurant in Neukölln, erzählte sie mir. Vier Wochen lang kocht sie dort ihre eigenen Gerichte.

Das Spiegelzelt steht jetzt vor der O2 World, direkt gegenüber der East Side Gallery. Ich empfehle als Digestif: Einen kleinen Verdauungsspaziergang entlang der Streetart-Meile mit Blick auf die Mauer-Kunstwerke.

Palazzo spielt ab November 2014 bis Anfang März 2015. Karten gibt es direkt über die Website.

www.palazzo.org

 

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