Maliné – Das Potsdamer Hutatelier #designerinterview #berlinermodedesigner

Wenn man genau hinschaut, umschwebt die Hutkreationen von Kristin Müller immer ein besonderer Hauch.  Nennen wir ihn Nostalgie, die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, in denen zu leben man sich als ein romantisches Abenteuer vorstellt.

Es ist die Liebe zu den 20er Jahren, aus denen die gelernte Modistin ihre Inspiration zieht. Und die kommt nicht von ungefähr. Bevor Kristin 2008 ihr Potsdamer Hutatelier Maliné in der Jägerstraße nahe dem Nauener Tor eröffnete, arbeitete sie in den Kostümwerkstätten der Dresdner Semperoper und auch mit dem Hans-Otto-Theater in Potsdam zusammen. Sie fertigte historische Hüte für Opern, Ballette und Theaterstücke.

Der Wunsch, Hüte nicht nur als Staffage für Figuren und Bühneninszenierungen zu sehen, sondern sie ins echte Leben zu schicken, auf die Köpfe von echten Menschen, bewog Kristin zu dem Entschluss, ein eigenes Hutatelier zu eröffnen. Vor kurzem absolvierte die erste Auszubildende im Hutatelier Maliné erfolgreich ihren Gesellenabschluss.  In der Manufaktur, die offen in den Laden integriert ist, lernen derzeit das Modisten-Handwerk die beiden Auszubildenden Lea Geiger (1. Lehrjahr) und Laura Zieger (3. Lehrjahr), die dafür extra aus Würzburg nach Potsdam kam.

Kristin brennt für ihre Arbeit. Und es geht ihr immer um den Menschen, um ihre Kundinnen und Kunden, davon  in der Regel 60 Prozent Frauen, die sie in ihrem Geschäft gern und ausführlich berät. „Die Suche nach dem passenden Hut ist aufregend. Wir erfassen dabei auch immer Persönlichkeit und Typ des Menschen, der zu uns kommt. Und sein Wunsch nach etwas Besonderem steht genauso im Mittelpunkt wie der Anlass, zu dem der Hut getragen werden soll, die Garderobe, die vielleicht bereits gewählt wurde, und auch Sonderwünsche, die viele gern erfüllt sehen würden. Das fordert unser Können heraus und das macht mir Freude!“

Maliné bedeutet übrigens Pudertüll – das Material für den hauchzarten Schleier, der den Blick verführerisch und geheimnisvoll macht, wenn ihn die „Behütete“ vom Hut herab über die Augen zieht. „Anprobe und Beratung ist beim Hutkauf unverzichtbar. Wenn die Kundin den Hut probiert, rücke ich ihn manchmal nur einen Zentimeter zurecht, und wir haben einen ganz anderen Effekt.“ Aus Kristin spricht die Erfahrung. Denn sie weiß: Mit jedem Hut schlüpft man in eine andere Rolle, jeder Hut ist immer auch ein Statement.

Jägerstraße 36, 14467 Potsdam, 0331 243 75 07, www.maline-huete.de

© Verführer Berlin | Text & Fotos: Stephanie Schneider

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2 Comments

  • Im vergangenen Jahr war ich in Potsdam. Da stand ich mehr durch Zufall vor genau diesem Hut-Geschäft. Ich rein. Die Chefin war gerade nicht da, sie war erkältet. Die sehr nette Angestellte beriet mich ganz hervorragend. Mein Wunsch: Eine Kopfbedeckung, die ich im Garten, im Dorf und in der Stadt, ja eben in Pusemuckel und auch in Berlin tragen kann. Eine Kopfbedeckung, die ein Teil von mir sein muss. Ich verließ das Geschäft mit einem Stetson XL und bin seither glücklich. Ich trage ihn täglich. Er wurde zu einem Teil von mir. Und meine liebe Frau findet ihn auch sehr gut.

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